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Charakteren

In der Zwischenzeit haben wir keine kleinen Kätzchen mehr, sondern kleine und grosse Körper mit lauter eigenständigen Charakteren. Die Kleinen haben sich gemausert und sind nun alle erkennbare Persönlichkeiten. Zum einen haben wir die Buben mit Daryl und Dante, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Daryl ist sehr ruhig, heckt allerdings auch einiges aus. Ruhig eher gegenüber Menschen, aufgedreht gegenüber und mit Dizzy und Darin. Die Drei spielen manchmal zusammen mit Don und Dima die schwarze Fraktion. Unsere schwarzen Katzen sind unglaublich aktiv, hecken sehr viel aus, sind sicher sehr intelligent, aber müssen auch stark beschäftigt werden. Dizzy ist die Grosse und Darin die Kleine, wobei nicht nur ein halbes Kilo zwischen den beiden liegt. Darin hat echt auch ein Mundwerk für zwei. Nachmittags, wenn sie wach ist, muss sie meinem Liebsten jeden Traum im kleinsten Detail erzählen und gibt nicht eher Ruhe, bis er sich ihr widmet. Da ist Dizzy schon die Stillere, dafür heckt sie auch vieles aus. Wobei auf die Schnelle sind Dizzy und Darin für mich noch immer kaum unterscheidbar…

Heute Morgen erreichte mich ein markerschütternder, tiefer Schrei und Daryl kam ins Badezimmer. Danach steckte er suchend seine Nase überall hin und da packte ich ihn blitzschnell. Ich stellte ihn auf das grosse Klo und sofort grub er sich ein Loch… aha, war das Klo wegen putzen geschlossen? Jedenfalls kannte ich diesen tiefen Laut noch gar nicht. Ich wusste gar nicht, dass Daryl auch (laut) kommuniziert…

Dima hingegen ist oft auch mit Dizzy und Darin auf Achse. Sie hat noch immer Untertassen-grosse Augen, ist noch immer sehr scheu (oder fast sogar wieder mehr) und heckt unglaublich viel aus. Sie hat beispielsweise den schwarzen Damen den Trick mit der Lamellenstore beigebracht, dass man dort zwischen Lamellen und Fensterscheibe liegen kann. Vieles hat sie den Damen beigebracht, die es nun noch perfektioniert haben. Don steht dann wie der grosse Bruder neben sie. Er schaut auf alle und spielt bei Chico noch immer das Baby und lässt sich von ihm putzen. Eine Eigenheit, die der eine oder andere Kleine übernommen hat. Wenn sie auch den ganzen Tag die Abenteuerin spielt, die Schönheitspflege interessiert sie nicht die Bohne und sie kann beim Bürsten schreien wie am Spiess… aber ja, auch Abenteurer sollen bei uns hübsch sein…

Dese vermisst noch immer ihre Freundin, ist jedoch nun auch einmal mit den Dakota und Darli zusammen und natürlich oft mit Dante. Sie ist eine unglaublich hübsche Katze mit ihrem fast schwarzen Gesicht und dem silbrigen Kragen. Nichts desto trotz ist sie sehr scheu, liebt es aber trotzdem zu kuscheln. Gestern hat es sie ganz übel erwischt, denn sie hatte hinter dem Ohr einen verklebten Fleck, der nach Urin roch. Wir hintersinnten uns noch so sehr, haben aber noch immer keine Idee, wie sie sich den geholt hatte. Mit viel Aloe Vera-Spray löste sich das Ganze auf, aber Dese hatte wenig Freude.

Dante hingegen ist mein fast treuer Begleiter. Oft steht er unverhofft vor mir und miaut mich an. Dann will er gestreichelt werden. Wenn er irgendwo lag und ich ihm nur kurz den Kopf kraulte, hatte er bis vor kurzer Zeit oft mich danach mit seinen Pfoten zurückgehalten. Das ist ja witzig, tut mitunter jedoch auch sehr weh. Kurz, ich wollte nicht mit den Pfoten zurückgehalten oder geangelt werden. Bei mir tut er es auch nicht mehr… Dafür steht er jetzt fordernd vor mich hin und er liebt es zu kuscheln. Ja, mein Freund!

Dakota liebt es hingegen um die Beine zu streichen, während dem wir am Esstisch sitzen und essen. Nein, sie will überhaupt nicht hochgehoben werden und gekuschelt, sie will schmeicheln. Was hingegen doch noch geht, ist wenn man sie auf den Kratzbaum legt und dort knuddelt. Eigentlich ist sie sehr scheu und doch hat sie diese Attacken, wo sie Zärtlichkeit um jeden Preis will. Sie ist zudem zu einer wunderschönen, jungen Damen herangereift, langbeinig und hübsch – und unser grösstes Mädchen.

Darli hingegen war ein neugieriges Kätzlein und wird nun immer scheuer. Sie ist fast die Kleinste und schläft sehr viel. Sie ist ein sehr liebes Kätzlein und lässt oft den anderen den Vortritt. Ja, da wird sie auch oft übertönt. Sie ist ein echt zartes Pflänzlein mit eigenem Kopf, denn auch sie hasst die blöde Bürsterei.

Ansonsten ist bei uns etwas Ruhe eingekehrt, ausser dass ich am Samstag alle Frechen auf den Mond schicken hätte können. Meine alten Orchideen sind noch immer ziemlich lädiert von den Kleinen und erholen sich nur langsam. Doch zwei Orchideen nahe am Fenster haben sich erholt und glänzen wieder. Nicht nur das, sie haben auch wieder Blütenstängel gebildet und ein Stängel war soweit, dass er drei grosse Blüten trug, die kurz vor dem Öffnen standen. Ich hatte riesige Freude an dieser Pflanze. Am Samstag dann hat jemand den Stängel mit den Blüten abgerissen. Ich war sehr, sehr wütend… und traurig.

Zinka ist im Moment überhaupt nicht tolerant mit Kleinen. Wehe sie kommen ihr in die Quere, dann wird ihnen eins paniert. Ich kann sie verstehen. Was wir das eine oder andere Mal zu lasch in der Erziehung waren, rächt sich nun… wir holen es nach, allen voran Zinka.

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