AnNa's Welt
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26.09.2013 01:28:17

Die Fotokamera liegt noch immer allzeit bereit für Schnappschüsse und das Festhalten von ulkige Situationen. Doch waren es vorher noch 100erte Fotos in einer Woche, sind es jetzt „nur“ noch dutzende. Während der grossen Wachstumsphase haben wir unsere kleinen Coonies täglich fotografiert, um ihre Veränderungen festzuhalten. Mit unseren Ferien gibt es nun ein davor und ein danach. Auch haben wir nun kleine und grössere Veränderungen bei unseren Coonies festgestellt, vielleicht aber auch nur, weil unsere Beobachtungssinne wieder gestärkt sind.

Nestor hat zu 90% aufgehört, morgens an unserer Schlafzimmertüre zu kratzen. Er macht das einzig noch, wenn schon einer von uns auf ist und der andere noch schläft. Das ist ehrlich gesagt einerseits eine sehr grosse Erleichterung, andererseits macht er es leider immer noch. Aber wir arbeiten daran. Gini hingegen hat es neuerdings auf unser Schlafzimmer abgesehen und versucht jede Unaufmerksamkeit unsererseits auszunutzen und ins Schlafzimmer zu kommen. Natürlich ist sie eine ruhige Schlafgenossin, aber wir wollen nicht die Eifersucht von Nestor hervorrufen. Dann würde er mit Garantie wieder zu kratzen beginnen. Nestors kratzen beschränkt sich ansonsten hauptsächlich auf die Fenster. Dort kratzt er mit Vorliebe, wenn er unbedingt auf den Balkon will oder die Rollläden unten sind und er hinaussehen möchte. Morgens erfüllen wir ihm diesen Wunsch, doch zu den anderen Tageszeiten sind das Situationen, die er akzeptieren muss – und nicht will.

Zinka geht es endlich besser. Nach den Ferien war sie ein kleines „Fett-Lümmeli“. Ihr Fell war fettig und sie war kleiner als die anderen. Nach dem Abendessen bestand sie aus 1/3 mehr Katze (4/3 Katze wegen kugelrundem, überfressenem Bauch) und morgens war sie wieder schlank. In der Zwischenzeit haben wir erfahren, dass Zinka's Grossmutter ebenfalls alles ausser Trockenfutter frisst. Somit füttern wir Zinka nun 2-3 mal täglich mit Nassfutter. So hat sie nicht mehr diesen aufgeblähten Bauch – ausser die anderen fressen ihre Teller nicht leer und sie „muss“ ausfressen. Auch ist sie in nur wenigen Tagen um einiges gewachsen und hat jetzt ein schönes Fell.

Leider haben wir uns mit dieser Spezial-Fütterung zwei neue Probleme aufgehalst: Zita und Zino sind neidisch und wollen auch, und Zinka bettelt nun JEDES Mal, wenn wir in der Küche stehen. Wehe wir öffnen die Türe zur Spensa, dann kommt sie so schnell angerannt, dass sie um die Kurven schleudert. Egal, wo sie war, dieses Geräusch kennt sie und sie kommt sofort. Dann steht sie auf ihr Futter-Tuch und miaut „ich hab Hunger!“. Das wiederum holt alle auf den Plan und – egal um welche Uhrzeit – danach stehen alle Coonies in der Küche und erwarten etwas zu essen.

Zino war letzthin besonders schlau – oder „Schnelllerner“. Tags davor haben wir dem bettelnden Zino ein Rädli Aufschnitt gegeben. Er schnüffelte daran, wollte fressen, doch da kam schon Zinka angerannt und schnapp war 2/3 des Rädli verschwunden. Den Rest verteidigte ich dann für Zino. Doch tags darauf, hatten wir wirklich nur ganz kurz dem Tisch den Rücken zugedreht. Dort stand schon alles für unser Nachtessen bereit. Zino sprang mit einem Satz auf den Tisch und schnappte sich ein Rädli vom Aufschnitt. Schnell sprang er hinunter und suchte sich ein Plätzchen zum Fressen. Jeden knurrte er an, der ihm zu nahe kam. Doch das flach auf dem Parkett liegende Rädli war für ihn nicht mehr fressbar – es klebte fest. Mein Glück, so musste ich weniger putzen. Ich hielt ihm das Rädli hin und wieder kam Zinka und schnapp war die Hälfte weg – das war Pech, und entsprechend enttäuscht war er.

Um Zinka etwas mehr mit dem Fressen herauszufordern, habe ich ihr ein paar Leckerli in einem Budgetsäckli versorgt und zugeknöpft. Vorher hatte ich sie sicherheitshalber daran riechen lassen. Als nächstes stand sie vor dem Säckli und verstand nicht, warum sie die Leckerli sehen konnte, vermutlich auch riechen, aber nicht fressen. Zino und Zita gesellten sich dazu, was Zinka stresst. Sie teilt nicht gerne. Sie nimmt den Beutel und transportiert ihn 30cm weiter. Dann ein neuer Versuch. Zinos Nase kommt dazwischen, er will auch spielen. Nichts da! Zinka transportiert den Sack wieder 30cm zurück. So geht das eine Weile weiter. Zinka probiert, in das Säckli zu beissen, zu kauen, um an die Leckerli zu kommen. Schliesslich schafft sie mit beissen und reissen ein Loch zu machen und an die Leckerlis zu gelangen – die sie natürlich alleine frisst. Ich realisiere aber nun, dass das Budgetsäckli vermutlich ein Fehler war. Denn nun können wir definitiv keine Säckli mehr in der Küche liegen lassen – wahrscheinlich überhaupt nirgends in der Wohnung.

Zinka frisst alles, was sie bekommen kann und nicht Trockenfutter ist. Letzthin stand ich kurz von meiner Arbeit auf und hatte auf dem Pult Magenbrot liegen. Als ich zurückkam, schleckte Zinka ausführlich daran herum. Gut sah ich, von welchen Stücken sie probiert hatte. Und wieder einmal wurde ich erzogen, denn jetzt weiss ich (wieder), dass ich nichts unverschlossen liegen lassen darf. Auch mein Tee-Glas decke ich immer schön ab – seit Zita daraus getrunken hat.

Ansonsten geht bei uns alles den gewohnten Gang:

·       Zita ist unser zerstreuter Professor. Doch wehe, sie ist in der Nähe von Wasser! Dann beginnt eine Plansch-Aktion...

·       Zinka bettelt und frisst und frisst und frisst… Wenn sie nicht frisst, bettelt sie und wenn sie ausnahmsweise beides unterlässt, entwickelt sie sich wieder zu einem normalen Kätzlein, dass spiel und schlaft – und nebenbei unser Kuschelkätzlein wurde.

·       Zino bettelt, streitet mit seinen Schwestern und liebt es, gestreichelt zu werden. Dann schnurrt er hingebungsvoll und geniesserisch... Aber Zino schnurrt auch, wenn wir das Abendessen für ihn parat machen.

·       Zena schleicht dauernd um Frodo herum, macht ihn närrisch und putzt ihm eins, wenn er doch zu nahe kommt. Sie heckt viel Schabernack aus und liebt neuerdings alle meine Pflanzen: bei den Orchideen hat es so herrliche Holzschnitzel zum heraus nehmen und damit spielen. In die anderen Blumentöpfe kann man liegen und mit den Pflanzen spielen. Dabei geht sie immer so geschickt vor, dass wir sie höchst selten auf frischer Tat erwischen... und bringt alles den anderen bei. Zu schlau, diese Kätzlein!

·       Gini will immer alles gegenteilig zu den anderen Coonies machen. Sie schläft, wenn diese spielen, heckt Sachen aus, wenn die anderen schlafen und muss sich dauernd gegen Frodo wehren, der ihr immer am Schwanz schnüffelt. Das einzige männliche Wesen, das sie berühren darf, ist momentan männlich AnNa. Das geniesst er und natürlich auch SEINE Gini.

·       Frodo schläft, schnüffelt und miaut. Wenn Frodo nicht schläft, dann schnüffelt er die ganze Wohnung ab. Sei das am Boden, auf den Liegeflächen oder an den anderen Coonies. Und wenn er nicht schnüffelt, dann läuft er irgendwo in der Wohnung miauend herum, wo wir ihn nicht sehen. Doch was er uns mit seinen Erzählungen mitteilen will, verstehen wir nicht. Wohlverstanden: Akustisch ist es sehr klar, weil laut. Nur leider sprechen wir (noch immer) nicht „kätzisch“. Schläft Frodo auf männlich AnNa’s Pult, schnarcht er… Das nennt man Entspannung!

·       Ja und da bleibt noch Nestor. Zwischenzeitlich frisst er auch wieder Nassfutter, nachdem er den Teller für sich alleine hat, abseits der anderen. Noch immer frisst er sehr, sehr langsam und dadurch, dass er abseits ist, hat er auch die Ruhe und kann immer wieder mal in seinen Teller schauen, abwarten und weiter fressen. Er holt sich auch wieder seine Streicheleinheiten, wenn er weiss, dass er alleine ist. Sein aktuelles Hobby ist, um die Beine der Zweibeiner zu schlängeln und zu schnurren…

Coonie-News
20.09.2013 10:00:23

Wieder ist eine Woche vergangen und mit dieser Woche haben unsere Ferien geendet. Eigentlich dachte ich, dass wenn unsere Coonies „gross“ sind, es weniger zu erzählen gibt. Doch das ist mitnichten so! Im Gegenteil...

Spielen, Unfug anstellen und erbrechen sind die Hauptthemen dieser Tage. Doch zuerst mussten sich unsere Coonies erst wieder an unsere Wohnung gewöhnen. Vermutlich hatte es zu wenig Haare verteilt, denn noch selten hatten wir innert zwei Tagen so viele Haare an allen Katzen-Lieblingsplätzchen, wie nach den ersten Tagen nach ihrer Rückkehr. Natürlich liegt ein Grund auch darin, dass alle zuerst einmal viel schlafen mussten. Immer nach einer Aufregung oder nach einer Reise, müssen unsere Coonies zuerst Ruhe haben. Nach der Ruhe kommt der Sturm. So haben meine Coonies meine Murano-Sonne gefunden und sie kurzerhand zum Mond gemacht. Am Morgen lagen im ganzen Büro Splitter der Strahlen auf den Boden verteilt. Dabei hatte ich sie erst tags davor gelb angemalt...

Wir nutzten die Gunst der Stunde und bürsteten die Kleinen gleich öfters. Es ist süss, wie sie dabei schnurren. Gini und Nestor lassen das Bürsten eher über sich ergehen, schnurren vielleicht auch einmal, aber am Bauch, nein, da gibt es Ärger! Frodo hasst das Bürsten und liess Dominik überhaupt nicht an sein Fell. Dementsprechend war sein Bauch verfilzt, was noch die ganze Woche anhielt, trotz fast täglichem Bürsten und Überprüfen. Frodo mit seinen bald 7kg den Bauch alleine zu bürsten, wird langsam ein Ding der Unmöglichkeit. So liegt er beim einen auf dem Schoss und der andere bürstet. Doch wehe man kommt seiner empfindlichen, potenten Stelle nahe, dann wird geknurrt! Man könnte ja meinen, wir würden es ihm wegnehmen!

Abends geniessen wir unser Sofa und um uns liegen immer ein paar Vierbeiner, die mehr oder weniger Platz beanspruchen – und das Streicheln und Knuddeln geniessen. Zinka ist nicht nur unsere verfressene Kleine, sie ist auch unser Schosskätzchen. Gini sucht noch immer die Ruhe und findet sie scheinbar nur auf dem Bücherregal oder im Wäschekorb. Letzteres finde ich nicht besonders lustig, da diese Wäsche Haarfrei ist – war! Doch sie schafft es raffiniert, auf den Korb zu stehen und mit den Füssen so lange zu „traben“, bis der Deckel nachgibt und sie in den Korb fällt. Ihr Ziel ist erreicht. Die Jungs hingegen liegen noch immer gerne in unserer Nähe, aber nicht auf uns. Nestor liebt das schwarze Kuhfell auf dem Sofa, da er dort bestens getarnt ist. Zena macht ihm neuerdings seine Lieblingsplätze streitig. Doch auch die beiden roten Jungs liegen sehr gerne dort, wo Nestor gerade liegt – und Nestor ist jener Kater, der Nähe nicht sooooooo gerne hat(te). Mittlerweile duldet er es...

Dann folgt der Tag mit dem grössten Ärger: Nestor springt mit Schwung auf meinen Pult, hat zu wenig Anlauf geholt und kann sich nicht halten. Aus unerfindlichen Gründen verliert er sein Gleichgewicht, hält sich an allem, was er erreichen kann fest und reisst die grosse Stehlampe mit zu Boden. Die Lampe fällt über die Wand zu Boden. Nestor kann sich vor lauter Schrecken nicht mehr bewegen und alle anderen Coonies stehen in Hab-Acht-Stellung überall verteilt und verstehen nicht, was der Lärm gerade sollte. Die Wand weisst eine grosse Schramme auf, wie auch der Boden. Zudem hat die Lampe eine neue Form. Weiter ist die „Wand“ überall auf dem Boden verteilt...

Zino liebt die Kuhfelle. Später beobachte ich ihn, wie er Trockenfutter-Stücke im Mund vom Futterplatz holt, sie zur Kuh transportiert und dann die Stücke unter dem Fell versteckt. Danach sucht er sie wieder. Er steht mit einer Pfote auf dem Fell und versucht mit der anderen Pfote darunter zu kommen. Das Ganze ist witzig zum Beobachten, wenn es nicht jedes Mal einen Fettflecken auf dem Leder gäbe.

Dann vollführt Zita eine wahre Planschaktion. Maine Coons haben die spezielle Angewohnheit, mit einer Pfote (bei Zita die rechte) auf die Wasseroberfläche zu „pflatschen“, damit sich das Wasser bewegt und sie sehen, wo die Wasseroberfläche beginnt. Dann schütteln sie die Pfote in einer Millisekunde und die Pfote ist ziemlich vom Wasser befreit. Der Nebeneffekt ist, dass in einem Meter Radius alles voller kleiner und kleinster Wasserspritzer ist. Das ist der „Optimalfall“. Weniger optimal – für mich – ist, wenn mit der Pfote so fest auf das Wasser geklatscht wird, dass es danach mehr Wasser neben der Schüssel, als in der Schüssel hat. Somit habe ich vermutlich dieses Mal Glück gehabt und kann nur den Boden und die Wand putzen...

Abends spielt Zino mir wieder einen Streich. Er muss irgendetwas auf dem Esstisch gerochen haben, dass ihn anzog. Sage und schreibe fünf (5) Mal musste ich ihn vom Tisch holen. Drei Mal tat ich ihn auf die Katzen-Leiter – möglichst weit entfernt – und das letzte Mal fand er das überhaupt nicht mehr lustig und kehrte auf der schmalen Leiter um. Ich muss nicht schreiben, dass er vor mir wieder auf dem Esstisch war. Danach hielt ich ihn wie ein Baby. Zino ist dann super entspannt! Ich staune jedes Mal darüber. Ja und dann kann ich ihn knuddeln und streicheln – und Zino schnurrt... Zino schnurrt übrigens auch, wenn ich das Essen vorbereite oder wenn ich ihn ansehe und mit ihm rede... Ein Süsse; wird sicher auch ein grosser Charmeur!

Ein grösseres Problem bereitete mir ein anderes Kätzlein. Irgendjemand – hoffentlich nur eines – war unsauber und erledigte die feuchten Geschäfte an verschiedenen Orten. Ich ertappte Zena, wie sie ihr dickes Geschäft auf meiner „Lieblingskuh“ erledigte. Leider konnte ich nicht mit ihr schimpfen, da ich selbst die Türe zu den Katzen-Klos zu weit zugezogen hatte und sie scheinbar nicht hinein kam. Natürlich nerve ich mich trotzdem und es dauerte lange, bis wir den Gestank vom Fell weg hatten. Putzen und Desinfektionsmittel halfen wenig. Kaum hatten wir fertig geputzt, erledigte Zinka gleich daneben ihr feuchtes Geschäft und alles begann von vorne. Aber wieder nützte alles nur bedingt. Schlussendlich half nur, dass wir den Teppichspray über Nacht einwirken liessen und am nächsten Tag alles saugten.

Dann am nächsten Tag sah ich es. Ich kam zufällig dazu. Ich sah Zinka in der kleinen Kartonschachtel neben dem Futter stehen und zog die Schachtel hervor. Mit dem Hervorziehen zog ich eine nasse Spur hinter der Schachtel her und der Übeltäter war gefunden. Es war nicht nur die Kartonschachtel voll, sondern die schöne Holzweinkiste auch. Ich nervte mich gehörig, verstand es aber bald auch. Ganz ehrlich: wenn ich Trockenfutter nicht gerne hätte und nichts anderes bekommen würde, würde mich das echt auch anpissen! Da begriff ich.

Schon seit einer Woche versuchten wir zu beobachten, wer Trockenfutter frisst. Wir konnten Zinka nie sehen. Gerade am Morgen hatten wir noch versucht, ihr Trockenfutter mit der Sauce von Nassfutter zu geben. Doch sie hat nur die Sauce geleckt und den Rest den anderen gelassen. Somit bleibt uns nichts anderes übrig, sie speziell zu füttern. Da wir bis kurz vor unseren Ferien die Kleinen zweimal täglich mit Nassfutter gefüttert hatten, fiel es uns nicht weiter auf. Da ist es nur logisch, dass sie sich bei Dominik dauernd beschwerte und so grossen Hunger hatte, bis sie abends Nassfutter bekam und dann allen alles weg frass.

Wir sahen dem nur kurz zu. Zinka frass so viel, dass sie nach dem Fressen einen riesen Bauch hatte und wie schwanger aussah. Dazu frass sie immer zwei Bissen bei sich im Teller und dann bei jedem anderen weiter und das alles in einem solchen Tempo, dass man kaum zusehen konnte. Seit diesem Zeitpunkt haben wir sie separat in der Spensa gefüttert und die anderen zuerst einmal in Ruhe fressen lassen. Erst als die anderen Coonies genug hatten, liessen wir Zinka die Resten fressen.

Doch selbst während dem Essen bettelte sie wie ein grosser Hund. Zinka lässt nichts unversucht, um auf den Tisch zu gelangen. Einmal bei einem Apero gelangte sie auf den Wohnzimmertisch, obwohl wir diesen zu verteidigen versuchten. Sie biss sich an der Wurst fest und als wir sie wieder auf den Boden stellten, hatte sie drei Rädli im Mund! Sie frass sie auch. Beim Esstisch versucht sie meistens über den Stuhl auf unsere Oberschenkel zu gelangen und von dort in unseren Teller. Natürlich sind wir hier gewarnt, aber sie kann es ja versuchen. Einmal kletterte sie die Stuhlrückseite hinauf auf die Stuhllehne und versuchte es über die Schulter. Es war anstrengend und hier hatten wir scheinbar die grössere Geduld als sie. In der Zwischenzeit sitzt sie auf den Stuhl neben unserem und schaut bettelnd zu uns. Aber wehe, wir stehen auf. Sofort wird unser Stuhl in Beschlag genommen... und manchmal als Sprungbrett zum Tisch genutzt. Das hat die erzieherische Nebenwirkung, dass wir die Stühle neuerdings immer sauber und ordentlich an den Tisch zurückstellen.

Es wurde anstrengend. So gaben wir ihr dann nochmals einen Teller Futter, den sie ratzeputze leer machte. Doch dann endlich hörte das Betteln auf. Es blieb nur der bettelnde Blick – oder ist der schon fliessend in den Charakter übergegangen? Am nächsten Tag bekam sie frühmorgens schon die erste Portion Nassfutter, die dann scheinbar doch zu viel für sie war. Denn schlussendlich frassen Zita und Zino den Teller leer...

Portugal: zwei Wochen im kulinarischen Paradies
19.09.2013 00:39:43

Das Kleingedruckte zuerst: die Portugal-Fotos sind bei den Weltreise-Fotos auf der letzten Seite abgespeichert.

In der Zwischenzeit hatten wir zwei Wochen Ferien. Nachdem unsere gebuchte Nil-Kreuzfahrt – aus bombastischen Gründen – abgesagt wurde, mussten wir kurzfristig neue Pläne schmieden. Portugal hat gewonnen. Innert zwei Tagen buchten wir den Flug, das Mietauto, die ersten Hotelübernachtungen und planten die Reise. Was mit unserer Katzen-Familie passierte, erzählte ich bereits separat.

Nachdem wir unsere Coonies mit Übergepäck gezügelt hatten, kam unser Gepäck an die Reihe. Die Wettervorhersage war für die ersten Tage sonnig und warm. Dementsprechend mussten wir noch imaginäre Ziegelsteine finden, damit unser Gepäck nicht zum ersten Mal zu gering war. Wir fanden sie in Form von 1.5l-Wasserflaschen. Und trotzdem, unsere zwei Gepäckstücke waren leicht wie nie. Ein völlig neues Reisegefühl...

Wir flogen nach einer durchwachten Nacht vermutlich mit dem ersten von Kloten abgehenden Flieger ab. So kamen wir früh morgens in Lissabon an. Mit der Metro ging es in die Innenstadt und direkt zum Hotel. Dort konnten wir nicht nur unser Gepäck einstellen, sondern auch uns den Temperaturen entsprechend umziehen. Es war angenehm warm, mit einem leicht kühlenden Windchen, dass wir rückwirkend gerne länger genossen hätten.

Auf dem Weg ins Zentrum steigen wir auf gut Glück bei einer Metrostation aus, sehen unseren Standort an und entdecken es. Eine kleine Pastelleria an einer Ecke, die ein reges Ein und Aus verzeichnet. Normalerweise hat man das Frühstück bei der Übernachtung inbegriffen und wir sehen unsere grosse Chance, einmal mitten in einer Stadt zu frühstücken. Mutigen Schrittes wagen wir das Abenteuer. Wir stehen an und bestellen, was unser Auge gelüstet. Dann nehmen wir – im zufällig gerade einzigen freien Tisch – platz und warten, bis das Gewünschte kommt. Währenddessen zeigt ein Blick in unseren Lonley Planet-Reiseführer (LP), dass wir gerade in der bekanntesten Pastelleria sitzen. Wir lesen auch, dass Portugal für seine Süssspeisen bekannt ist und dass wir gerade das berühmteste aller Gebäcke „Nata“ probieren. Süsses Paradies beschreibt die nächsten Minuten am besten.

Mit einem neuen Tram geht es nun Stadtauswärts in Richtung Bélem zum Torre de Bélem. Die Temperaturen steigen und wir sind froh, wenn wir in einen kühlen Raum oder wenigstens in den Schatten fliehen können. Wir flanieren stadteinwärts, entlang des Tejo und dann zum Kloster Mosteiro de Jeronimos. Beim Eingang stehen viele Menschen an, doch zur Rechten vor der Kirche nicht. Wir können den hinteren Teil der Kirche ansehen, der vordere Teil ist abgesperrt. Immer wieder werden Schick angezogene Menschen vorbeigelassen. Unsere Uhr sagt uns, dass es 13.21h ist und wir beschliessen spontan, 9min zu warten. Das Warten zahlte sich aus: pünktlich um Halb hörten wir die Orgelklänge und die Stimme zum Ave Maria. Wenig später kam die Braut in Begleitung und marschierte dem Mittelgang entlang. Der Gesang mit der Orgel in dieser grossen Klosterkirche war eindrücklich, schön. So schön, dass ich es aufnehmen wollte. Doch leider war die Dame neben mir so entzückt und musste dies verbal zum Ausdruck bringen, dass die Musik auf dem Video nicht mehr zu hören ist.

Am frühen Nachmittag assen wir in der Touristenzone, in einer dieser Touristenfallen. Überhöhte Preise, mittelmässiges Essen und überhebliche Bedienung. Selbst Schuld. Nun gut. Gesättigt gönnten wir uns eine Tramfahrt mit Lissabons ältesten Trams. Wir fanden gerade einen Platz, was selten ist und fuhren quer durch Lissabon bis zur Endstation. Wir dachten, wir könnten sitzen bleiben. Aber nein, alle mussten aussteigen. So sahen wir uns die Gegend an und gingen zurück. Es warteten schon viele Menschen bei der Tramstation und ich dachte, ich hätte dort einen Fahrplan gesehen. Ich stellte mich zur Stange und besah diese Anzeige. Ich konnte kaum nachsehen, stand das Tram vor mir und ich konnte einsteigen: Glück mit Sheriff-Platz nennt man das!

Mit dem Tram durch die engen Gassen zu fahren ist wie die Kinder-Achterbahn – bis zuletzt spannend und das Tram gewinnt immer. Wir steigen auf der anderen Stadtseite beim Castelo do Lisboa aus und sehen auch diesen Stadtteil zu Fuss an. Doch diesen Tag beenden wir früh und setzen die Besichtigung am nächsten Tag um 10h fort. Dann beginnt die öffentliche Stadtbesichtigung zu Fuss. Leider ist sie in Lissabon nicht gratis, wie in anderen Städten. Auch wenn es preislich auf dasselbe hinaus geht, ist es doch lässiger CHF 20 als Trinkgeld zu geben, wenn der Guide hervorragend war.

Pedro zeigte und erklärte uns viel. Beispielsweise erfahren wir:

-       da Lissabon scheinbar viel Nebel hat, der in den Gassen hängen bleibt, hätten die Häuser Kacheln als Fassade. Diese seinen zwar teurer, aber dafür ersparen sie längerfristig das Streichen und Renovieren. Tönt logisch, aber ob es wahr ist?

-       Der Stadtkern von Lissabon wurde am 1. November 1755 dem Erdboden gleich gemacht und der grösste Teil der Bevölkerung starb. Danach wurde die Stadt systematisch und innert zwei Jahren neu aufgebaut. Parterre sind die Häuser aus Stein gebaut und die nächsten Stockwerke sind aus Holz. Erdbeben halten diese Häuser bis heute stand!
Mit diesem Neuaufbau wurden die Strassenlaternen so bestimmt, dass 4-Eckige Nebenstrassen ausleuchten, 6-Eckige Hauptstrassen und 8-Eckige Plätze. Der Grund: damit man sich auch im Nebel oder Dunkeln jederzeit zurechtfinden würde.
Da der Marques de Pombal, der erste Minister von König Joseph I um jeden Preis den Stadtkern als Handelsplattform aufbauen wollten, wurden Kirchen in die Seitenstrassen verbannt. Bei einer Querstrasse wies uns Pedro an, ihm die Kirche zu zeigen. Mit grosser Mühe fand einer in der Gruppe eine Kirche. Einzig ein Kreuz wies darauf hin. In der zweiten Gasse war es dann einfach (Bild 14). Bei der Aussenfassade handelt es sich hierbei meistens um „blinde“ Fenster.

-       Lissabon ist der Geburtsort für die Pflasterstein-Bilder auf den Strassen und Plätzen.

Nach drei Stunden waren wir erledigt und nicht nur der Pipistopp wurde dringend, auch hatten wir Durst. Pedro hatte uns zu guter Letzt einen Essenstipp gegeben, dem wir nun nachgingen. Unterwegs fanden wir ein anderes Restaurant, dass uns ansprach. Doch statt auf unser Bauchgefühl zu hören, gingen wir zum anderen. Glücklicherweise war dieses geschlossen und wir gingen zurück. Nebst dem, das alles Unmengen an Zwiebeln dran hatte, war es sehr lecker. Wir hatten zusammen eine Vorspeise und einen Hauptgang bestellt. So konnten wir teilen und mehr probieren. Die Vorspeise war roher Fisch, vermutlich Kabeljau, mit Tomaten und – welche Überraschung – Zwiebeln. Zum Hauptgang gab es lahme Pommes mit einem Fleischspiess. Das Fleisch war zart und fein. Die Portugiesen lieben Desserts und mit einem überaus netten, weiblichen Blick bekommen wir sogar einen Teller mit kleinen Stücken von der Kuchenauswahl – statt nur ein Kuchenstück. Alle sind einfach göttlich und keiner ist ein Favorit (hat Seltenheitswert!).

Wir sehen uns weiter zu Fuss die Stadt an, bis wir müde sind und alles gesehen haben, was wir wollten. Einzig das Portwein-Institut hatten wir nicht besuchen können, da es geschlossen war. Auf dem Rückweg zur Metrostation wird unsere männliche Seite auf Drogen angesprochen. Trotz mehrmaligem Nein, hat der Clochard festgebissen und als männlich Anna sich kurz umdrehte, spürte er den Schlag von hinten kommen. Doch es reichte nur noch für ein minimales Ausweichen, das jedoch Schlimmstes verhinderte: der Schlag wäre voll aufs Ohr gegangen. Nun war die männliche Wut immens – und meine Angst auch! Doch sofort eilten Portugiesen herbei, halfen männlich Anna, beruhigten ihn und beschimpften den anderen, der sofort das Weite suchte und floh. Natürlich verstanden wir kein Wort. Nur, dass der andere es nicht der Wert sei, was auch stimmte. Männlich Anna setzte die Brille und den Hut auf und wir gingen. Ich hatte für heute genug erlebt!

Vom nächsten Tag an hatten wir das Mietauto gebucht. Wieder ging es zum Flughafen zurück, von dort zur Mietstation und zwei Stunden später fuhren wir mit unserem fast nigelnagelneuen "Peugeot-li" davon. Mit nichts weiter als dem Reiseführer – und einem neidischen Blick der Deutschen, die sich vorgedrängt hatten, jetzt warten mussten und dann erst noch nur einen alten Fiat erhalten haben – fuhren wir los. Wir folgten dem Strassenverlauf quer durch Lissabon in Richtung Sintra. Unterwegs fanden wir das reservierte Hotel, luden das Gepäck ab und bekamen eine lokale Karte. Dann fuhren wir nach Sintra und sahen uns den Palacio Nacional de Pena an. Unterwegs essen wir in einem von aussen teuer erscheinenden Restaurant. Wir nehmen das vollständige (Essen, Trinken, Dessert, Kaffee) Menu für EUR 8, aber da wir die Tapas, die einfach auf den Tisch gestellt werden, auch gegessen haben, kommen diese teurer, als das Essen selbst. Wir lernen, was wir nicht essen wollen, müssen wir zurückweisen oder nicht nehmen – Vorspeisen / Tapas sind zu zahlen (am Vortag in Lissabon waren sie inklusive!).

Wir haben Glück, in Portugal scheinen Parks und Schlösser längere Öffnungszeiten zu haben und so bleibt uns in Pena genügend Zeit, um zum Schloss hinaufzukraxeln, es anzusehen, den Park zu besuchen, die Lieblingsplätze der Königin anzusehen und natürlich auszuprobieren. Besonders beeindruckte uns eine etwas abseits gelegene Felsformation mit einem Thron (Bild 30). Sitzt man dort, hat man Bild 31 als Aussicht.

Für die Altstadt von Sintra sind wir zu spät. Doch die Gebäude von aussen zu sehen und durch die engen Gassen zu flanieren reicht uns. In der Zwischenzeit sind die Temperaturen auf kühle 16° gesunken und wir sind mit unseren hochsommerlichen Kleider nicht mehr angemessen angezogen. Hilfe; haben wir doch zu wenig Kleidung dabei?

Am nächsten Tag geht die lange Fahrt weiter nach Mafra, wo sich das Schloss (Palacio de Mafra) mit den scheinbar 1200 Zimmern befindet. Den Eingang finden wir nicht und sehen uns einfach die Kirche an, die nicht viel her gibt. Wir fahren nach Obidos weiter. Ein malerisches Dorf, ideal für viele Fotos und ein leckeres, spätes Mittagessen in den Gassen. Gesättigt setzen wir die Fahrt nach Fatima fort. Wir finden sofort den grossen Parkplatz bei der Kirche. Wir sehen uns zuerst die moderne Kirche (Basilica da Santissima Trindade) an und sind überrascht über diesen immens grossen Raum. Hier haben ja tausende Menschen Platz (9000, um genau zu sein)! Wir gehen quer über den Platz auf die andere Seite. Hier scheint es Tradition zu sein, dass man (Opfer-) Kerzen verbrennt. Wir schliessen uns dem an, kaufen für EUR 3 sechs lange, hellgelbe Kerzen und bemühen uns dann, die Kerzen anzuzünden und in die Halterungen zu stecken – eine echte Herausforderung. Das Feuer von unten wird durch den tropfenden Wachs zusätzlich geschürt und die Halterungen selbst sind so heiss, dass das Geradestehen einer Kerze fast unmöglich ist – und das alles bei über 30° sommerlicher Aussentemperatur. Vor den Halterungen war der Boden russgeschwärzt und wegen dem vielen Kerzenwachs wie Schmierseife. Die Fatima-Kirche selbst „ist“ einfach – und nicht mehr, nichts Spezielles, nichts Altes, nichts Aussergewöhnliches. Wir gehen zurück zum Parkplatz – ohne auch nur an einem Shop vorbeigegangen zu sein, oder irgendwelchen Lourdes-Kitsch gesehen zu haben. Wir haben einzig viele Bettler gesehen.

Wir setzen unsere Fahrt nach Coimbra fort und suchen vorgängig die Römersiedlung Conimbriga. Wieder haben wir trotz fortgeschrittenem Nachmittag Glück mit den langen Öffnungszeiten und können die sehr gut erhaltenen Mosaike in der Abendsonne geniessen. So gelangen wir müde in Coimbra an, parken auf dem öffentlichen Parkplatz vor der Altstadt und tragen unser Gepäck ins Altstadthotel. Wir werden sehr freundlich begrüsst und wissen auf Anhieb, diese älteren Herrschaften wollen eine gute Booking-Bewertung. Ich kann nicht sagen, sie waren unehrlich freundlich, aber ein Gefühl von ein bisschen zu viel bleibt. Schadet das? Nein. Mir nicht... wer will nicht freundlich behandelt werden?

Wir nutzen tags darauf die Gelegenheit den nahen Nationalpark Parque Natural da Serra de Estrela zu besuchen. Die Landschaft ändert sich landeinwärts, es wird hügelig, hellbraunes Gras und grüne Bäume. Schliesslich fahren wir in den Nationalpark hinein. Die Hügel werden bergiger, steinig und nur noch grau und hellbraun. Wir fahren Richtung Torre, dem höchsten „Berg“ Portugals, wo im Winter ein Skigebiet ist. Unterwegs müssten wir die berühmten Estrelawelpen sehen, die hier an den Strassen verkauft werden. Doch stattdessen sehen wir billige Läden mit noch billigerer Ware. Wir halten, als wir einen Zwinger sehen und sehen uns die Hunde an. Auf der Weiterfahrt sehen wir an einem weiteren Ort kleinere Welpen. Sie werden in kleinen Käfigen in Palettgrösse gehalten. Die einen haben einen Sonnenschirm, die anderen nichts. Auch kein Wasser. Klar, sie sind süss und der Gedanke „will haben“ kommt. Doch dann übersteigt das Mitleid, Mitgefühl. Wenn hier ein Hund gekauft wird, der übrigens sehr gross wird, wird diese Haltung weiter unterstützt. Das Hunde-Mami liegt etwas weiter entfernt und ich wünsche den Welpen, dass sie wenigstens Nachts zu ihrer Mami liegen dürfen!

Wir sehen uns den Stausee an und später das Skigebiet. Es ist witzig, wenn man bis zum höchsten Punkt, wo man Skifahren kann, mit dem Auto fahren kann. Auch witzig ist, dass auf dem Weg geparkt, die Skier angezogen und dann zum Skilift gefahren werden kann. Eine Pipi-Pause zwingt mich, in das Innere des Gebäudes zu gehen und zu bleiben. Mich überfällt ein Gestank aus Säure und Unmengen an Fliegen. Wie in einer kleinen Markthalle hat es über zwei Etagen einen Stand neben dem anderen. Jeder wartet auf Kundschaft und will seinen Käse, sein Brot und sein Fleisch als das Beste anpreisen. Während die weibliche Seite das Stille Örtchen aufsucht, beobachtet die männliche Seite, welcher Verkäufer „sauber“ (hygienisch – von den Unhygienischen erzählen wir nicht) ist und bei diesem kaufen wir dann unseren Käse und unser süsses Maisbrot. Eine spezielle Kombination, die wir als sehr lecker befanden. Anstrengend war dann nur noch die sehr lange Rückfahrt, die nicht mehr enden wollend durch Wälder Hügel hinauf und hinunter führte. Abends vertraten wir uns die Beine, indem wir Coimbra ansahen. Es reichte noch vor Einbruch der Dunkelheit das gewünschte zu fotografieren. Nur die Kirche verschoben wir auf den nächsten Morgen.

Doch da überraschte uns eine ganz spezielle Stimmung. Der Himmel war grau. Aber nicht dass da Wolken gewesen wäre und die Sonne war rot. War das Untergangsstimmung? Wie wir einige Tage später erfuhren, war dies sicher der persönliche Untergang von einigen. Diese Stimmung musste von den umliegenden Waldbränden hergerührt haben. Gespenstisch!

Auf dem Weg nach Porto sahen wir Aveiro an, das Portugals Venedig im Kleinformat ist. Es ist auch bekannt für seine Süssigkeiten, die wir fürs Abendessen einkauften. Mittagessen gab es in einem Restaurant etwas abseits und etwas teurer. Doch man gönnt sich ja sonst nichts. Noch immer verstehen wir sehr wenig portugiesisch und wir wählten eine Vorspeise und einen Hauptgang aus. Wir sagten, dass wir zuerst die Vorspeise wollten und dann den Hauptgang, damit wir teilen könnten. Die Bedienung verstand, runzelte die Stirn, sagte aber, dass sei ok. Was wir bekamen war in zweierlei Hinsichten überwältigend: das Essen war exzellent und jeder bekam schon im Vornherein einen eigenen Teller. Die Portion war klein, wie es in solchen Restaurants üblich ist. Wir dachten schon, wir hätten je eine Portion und genossen nun erst recht alles und es war wirklich eine ausgezeichnete Küche! Eins muss man den Portugiesen lassen, sie können kochen – „leicht“ kochen! Doch schlussendlich war alles auf der Rechnung, wie wir es gewünscht hatten – wir bedankten uns natürlich mit dem entsprechenden Trinkgeld.

Für die nächsten Nächte hatten wir in einem 4*Hotel gebucht, dass wir zu einem „Smart Deal“; einem sehr guten Preis bekommen hatten. Es liegt einerseits an einer Metrostation mit direkter Verbindung zu Innenstadt und andererseits optimal für einen Ausflug in den Norden. Doch vorab fahren wir endlich einmal an den Strand. Hier ist es schon frisch; Meeresbrise nennt sich vermutlich dieser Wind. Die Menschen sind trotz sehr frühem Abend erst jetzt ihre Badesachen am Zusammenpacken. Im Meer schwimmen sehen wir nur ein paar Kinder. Das Internet sagt, das Meer hätte 18°. So oder so sehen wir viele Menschen unterwegs. Vielen Menschen scheint es in den kühleren Stunden zum Sport nach draussen zu bewegen. Wobei ich beim Fischen noch immer den Sportanteil nicht sehe. Vielleicht muss man es ja auch einfach sportlich nehmen, wenn lange nichts anbeisst. Auf dem ganzen Weg dem Damm entlang ins Meer hinaus und zurück haben wir keinen einzigen Fisch-Erfolg gesehen.

Wieder zurück im Hotel, wollten wir den Balkon geniessen. Doch zuerst mussten wir uns überlegen, wie wir das schaffen könnten. Das Sofa hinaus zu tragen, war wohl zu schwer. Einen Stuhl hatten wir, aber diesen zu Teilen ist wohl unbequem. Freundlich fragten wir an der Rezeption nach einem zweiten Stuhl, der uns prompt gebracht wurde und für die ganzen nächsten Tage bei uns blieb. Somit genossen wir wie Könige auf zwei Polstersesseln die Abenddämmerung und die nächtlichen Stunden auf dem Balkon. Wir hatten zwei Wohnkomplexe vor uns liegen, einer zur linken und einer zur rechten Seite und mittendurch war unsere Aussicht. Wir hatten so auf ungefähr 40 Balkone Aussicht und wann immer wir draussen waren, sahen wir nur ein einziges Mal ein älteres Paar ein paar Minuten auf dem Balkon. Ansonsten waren rundherum die Läden immer geschlossen, vielleicht mal abends kurz offen. Unvorstellbar! Dafür war es umso spannender den Parkenden zuzusehen, wie und wo sie ihre Autos abstellten.

Zu einer vermeintlich christlichen Zeit beschlossen wir, uns bettfertig zu machen. Doch gerade da wurde es im Quartier spannend. Vis-à-vis wurden auf dem Bürgersteig Tische und Stühle im grossen Stil aufgestellt. Kaum standen sie, füllten sie sich mit von allen Seiten herbei strömenden Menschen. An diesem normalen Wochentag verfolgte uns das Stimmengemurmel noch weit bis nach Mitternacht. Hier scheint das Leben tatsächlich erst spät los zu gehen.

Heute wird ein Wunsch wahr: wir sehen uns Porto an. Das stand schon seit Jahren auf meiner Wunschliste und ich wusste, dass sich mit diesem Tag mein Leben ändern wird. Wir lösten ein Ticket und fuhren in die Stadt. Wir hatten schon beim Ticket lösen das Gefühl, dass wir etwas falsch gemacht hatten. Unterwegs verstärkte sich dieses Gefühl. Alle hatten eine Magnetkarte, nur wir eine Quittung. Aber eine Ansprechperson sahen wir so oder so nie. Nun gut. Wir waren in der Stadt, hatten wieder auf gut Glück eine Haltestelle ausgesucht, die auf Grund des Namens und der Kartenlage auf eine Anhöhe deutete. Perfekt. Wir hatten die perfekte Aussicht über Porto und konnten die Eifelimitierte Trambrücke hoch über dem Douro zurückgehen. Die Stadt gefällt uns auf Anhieb. Sie verströmt einen eigenen Charme. An diesem Tag gehen wir sehr viel auf und ab bei sommerlichen, heissen Temperaturen. Ein Ziel stand von Beginn weg fest: das Portwein-Institut. Doch ganz so genau wussten wir nicht, wo es war, bis wir urplötzlich davor standen. Wir gingen hinein und betraten die schön designten Räume. Freundlich wurden wir auf das Angebot aufmerksam gemacht und nutzten die Möglichkeit, für rund 1 EUR/Glas mehrere Portweine degustieren zu können. Das gab uns nicht nur einen Überblick über die Vielfalt, sondern auch über mehrere Marken. Und in dem Moment veränderte sich mein/unser Leben: männlich Anna trank vorher keinen Portwein und ab heute schon – wenn auch nicht alle. Ihm haben es die "jungen" Portweine (Rubys) angetan. Hier bekommen wir nicht nur viele Infos, einen super Einstieg in die Thematik Portwein, sondern auch noch einige sehr wertvolle Tipps. Somit hier ein kurzer Ausflug in das Einmaleins des Portweins:

Bereits um Christi Geburt wurden von den Römern im Dourotal Wein angebaut. Wein hat somit eine lange Tradition, war aber nicht von sehr hoher Qualität. Man sagte sogar, dass er eher säuerlich war. Im 17Jh. herrschte zwischen Frankreich und England Krieg, was mit sich brachte, dass Wein in Grossbritanien knapp wurde. Man erinnerte sich an die Verbündeten in Portugal und deren Wein in Dourotal. Um dem Wein die Säure zu nehmen und für den Transport nach England haltbar zu machen, wurde Weinbrand beigemischt. So entstand Portwein. Auch nach Kriegsende blieben die Weinproduzenten Englands im Dourotal und produzierten Wein. Mit ihnen entstanden die heute weltbekannten Porto-Produzenten (mit englischem Namen) wie Sandman, Taylors oder Grahams. Beim Wein als solches unterscheidet man grundsätzlich vier Sorten: den Ruby (eher jünger und im Fass gereift), dem Tawny (eher älter, auch im Fass gereift) / den Aged Tawny (älter, in Fass und Flasche gereift), den Vintage (beste Qualität eines Jahrgangs, zuerst im Fass und anschliessend über Jahrzehnte in der Flasche gereift) und den Late botteled Vintage LBV (aus speziell ausgesuchten Trauben, fünf Jahre im Fass gereift und nach Abfüllung sofort trinkbar).

Wir kauften eine Flasche LBV und fragten nach den Preisen. Die freundliche Dame meinte wörtlich, dass Kunden sagen, sie würden die Ports günstiger verkaufen. Gute Wortwahl; nicht? Und im Nachhinein wissen wir, sie hat Recht...

Doch bevor wir noch etwas Weiteres machen, müssen wir essen und trinken. Eine Portwein-Degustation hat es schliesslich in sich (20Vol.%). Wir sehen uns weiter die Stadt an, zuerst auf der einen Flussseite, dann auf der anderen und immer weiter Richtung Graham's gehend. Das war einer der Tipps dieser Dame. Sie meinte, dass Graham's am wenigsten touristisch sei. Doch der (Fuss-)Weg war weit. Wir hatten es geschafft und die nächste Führung war in 15min. Das reichte zum „Frisch“ machen und v.a. abkühlen. Wir waren völlig vertieft in die Informationen im kleinen Museum, als wir auf Deutsch angesprochen wurden, ob wir die Führung auf Deutsch machen wollten. Hilfe? Aber klar doch! Nichts lieber als das...

Iryna sprach fast fliessend Deutsch und konnte deutsche Ausdrücke aussprechen, die wir nicht einmal verwenden. Dazu gab sie ein grosses Wissen preis, erzählte viel Spannendes und wir konnten immer Fragen stellen, die sie auch beantwortete. Einfach perfekt. Wir erfuhren unter anderem, dass Graham's eigentlich von einem gewissen Smynington gegründet wurde und die Herren Graham diese erst in den 1950er Jahren komplett übernahmen und auch heute noch (in der vierten Generation) führen. Weiter ist Graham's heute Hoflieferant der Queen und einer weiteren Königin: für das Schiff Queen Mary.

Erst als die Abenddämmerung einsetzt verlassen wir Graham's wieder und flanieren zurück. Dummerweise wissen wir jetzt natürlich nicht, wo die anderen Metrostationen liegen oder sind und kraxeln so wieder den Hügel hinauf zu dieser Station, wo wir angekommen sind – und fahren mit dem gleichen 24h-Ticket zurück (blody Tourists!)

Am nächsten Tag unternehmen wir einen Ausflug in den Norden. Als erstes steht Guimaraes auf dem Programm, die Geburtsstadt von Portugal. Die Portugiesen stellen oft Vergleiche zu Asterix und Obelix her und lieben diese Epoche der Geschichte, weil Portugal da noch Lustezien war und von Uderzo sehr liebevoll dargestellt wird. So werden die Portugiesen als bauernschlau, überaus freundlich, eher zurückhaltend und halt auch ein wenig arbeitsscheu dargestellt. Verhaltensmuster, die noch heute zu erkennen sind...

Guimaraes ist ein kleines, hübsches Städtchen und wir sehen uns das Schloss an. An Komfort fehlt es gänzlich. Das einzig Schicke im Schloss ist, dass vermutlich am Abend ein Dinner stattfinden wird, denn der Innenhof füllt ein Zelt aus und drinnen hat es über 10 Tische, 200 Stühle und alles ist in Weiss gehalten. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. Trotzdem war es spannend, in die Geschichte einzutauchen und das Schloss von Innen anzusehen.

Nachdem wir schon viele gute und spezielle portugiesische Gerichte probiert haben, gelüstet uns einmal etwas „gewöhnliches“ und wir stärken uns mit einer sauren Crêpes. Dann fahren wir nach Barcelos weiter. Die Hitze nimmt stetig zu und wir sind bereits bei über 30°. Nein, an eine seriöse Stadtbesichtigung ist bei dieser Hitze nicht mehr zu denken. Vielleicht verfahren wir uns auch deshalb min. 3x, vielleicht aber auch, weil Barcelos eine einzige Baustelle ist. Wir finden den grossen Marktplatz, können dort parkieren und finden sogar 5 Stände. Doch an den braunen, bemalten Tontöpfen und Figuren finden wir keinen Gefallen. Gefallen finden wir jedoch an den vielen Hähnen, die überall herumstehen. Barcelos ist die Ursprungsstadt des „Wahrheits-Hahns“. Die Kurzfassung der Geschichte geht so: Ein Mann wurde verurteilt. Bevor er gehängt wurde, beteuerte er vor dem Richter, der ein Huhngericht ass, seine Unschuld. Der Richter glaubte ihm wieder nicht. Der Verurteilte sagte und wenn ich die Wahrheit gesagt habe, soll dieser Hahn auf des Richters Teller zu singen beginnen – was er natürlich in der Legende tat. Der Richter schenkte dem Verurteilten die Freiheit.

Wir weichen in die nahen Häuser aus, sehen uns die Fussgängerzone und Hähne an und fliehen dann wieder ins heisse Auto. Ja, dieses Mal lassen wir die Klimaanlage an.

Viana do Castelo steht als letztes auf dem Programm. Das ist eine alte Hafenstadt, welche die Blüte der Jahre hatte - und erhalten hat. Doch bevor wir ins Städtchen fahren, sehen wir den Wegweiser zur Kirche auf dem Berg und folgen diesem. Hier haben wir eine grandiose Aussicht über die Weite. Das Städtchen selbst ist sehr gepflegt, hübsche Gassen und es hat viele Menschen unterwegs. Wir geniessen etwas Zeit in einem Strassencafé mit einem frisch gepressten Orangensaft und einem Himbeer-Souflé. Ich bemühte mich bis jetzt schon, nur den wirklich kleinsten Teil an Desserts zu vermerken, den wir hatten. Doch hier sei wieder einmal erwähnt, wie ausserordentlich fein diese Desserts sind. Wieder kaufen wir für das Nachtessen im Hotel in einer Pastelleria eine Auswahl an Süssigkeiten und wieder sind sie fantastisch. Selbst der süsse Blätterteig ist und bleibt knusprig, der Orangencake war noch am nächsten Tag luftig und überhaupt nicht trocken. Portugiesen müssen Back-Künstler sein!

Am nächsten Tag verlassen wir Porto leider schon und fahren entlang des Douros. Anfangs sind die Hänge dicht besiedelt, dann nimmt der Wald zu. Den Rauch sehen wir schon von weitem. Hier müssen Waldbrände wüten. Wir machen ein Foto vom Douro und als wir wieder ins Auto steigen, haben wir kleine Asche-Stückchen auf unserer Kleidung. Wir fahren weiter und sehen später eine Menschentraube auf der anderen Strassenseite und kurz danach den Helikopter. Schnell steigen auch wir aus (blockieren die Strasse) und sehen zu, wie der Helikopter Wasser füllt. Aber wir sehen auch, wie nahe der Brand an den Häusern ist. Kaum hat der Helikopter das Wasser ausgeschüttet, ändert sich der Rauch von schwarz zu weiss. Wir fahren wieder weiter und sehen irgendwann, wie ein alter und ein junger Mann am Wegrand etwas beobachten. Wieder springen wir aus dem Auto und sehen, was sie sehen. Bei einem, oder zwei, anderen Waldbränden wurden Flugzeuge eingesetzt, die ihre Tanks im Douro füllten. Das war wirklich spannend, diese grossen Flugzeuge auf dem Douro fliegen zu sehen. Aber wie die Wasserfüllung funktionierte, haben wir noch immer nicht herausgefunden. Auch spannend war, dass direkt vor uns der Douro eine Kurve machte. Dort hatte es eine Sandbank voller Sonnenanbeter. Im Wasser hatte es Boote, Wasserskifahrer und Wassertöffs. Doch zwei Wassertöffs fielen besonders auf: hatten sie Blaulicht? Waren es Polizisten? Denn immer bevor die Flugzeuge kamen, war der Douro frei.

Einige Kilometer später sehen wir einen rudimentären Unterstand mit einem Grill und einigen Menschen dort. Dem Duft nach, wird dort Grillhähnchen verkauft. Wir studieren beide daran herum, doch ein weiterer Stand kam nicht. Schliesslich redeten wir darüber... und fahren 15min zurück. Wir essen das beste Grillhähnchen seit sehr, sehr langem und werden an Südamerika-Zeiten erinnert.

Erst viele Kilometer später begannen die berühmten Weinterrassen, die infolge der steilen Hänge für den Wein angelegt wurden. Doch kurz vor unserem Ziel wurden wir „arg ausgebremst“. Wir wurden polizeilich zum Warten verpflichtet. Ein langes Warten beginnt, bevor wir sehen, weshalb wir überhaupt warten. Ein Velorennen.

Die nächsten zwei Nächte haben wir auf einer Quinta gebucht. Als erstes geniessen wir den Sprung in den kalten Pool und lassen uns von der heissen Sonne trocknen. Danach sehen wir uns die Umgebung an, bevor wir abends auf der Terrasse den Abend geniessen. Doch diesen Genuss mussten wir uns erst verdienen. Das Haus war verschlossen und wir hatten die Zimmerschlüssel dabei. Doch die Türen gingen partout nicht auf. Nächster Schlüssel, nächste Tür, und so weiter... 30min. später sassen wir auf der Terrasse und kühlten uns ab. Klar fühlen wir, dass wir von Flugtieren umgeben sind. Doch was wir danach im Licht sahen, ja, da trifft uns der Schlag. Zusammen hatten wir vielleicht 3-4 Dutzend Mückenstiche, wobei die weibliche Haut besonders verkostet wurde. Und nein, nicht die, die einfach wieder vergehen, nein, die fiesen, beissenden Mückenstiche... Wir nehmen sie sogar mit nach Hause! Ich sagte schon da, wenn der Zoll nach zu viel Ware fragt, dann nenne ich die Mückenstiche!

Der nächste Tag gilt dem Portwein. Die erste Quinta war eine Empfehlung der Dame vom Portwein-Institut. Sie hatte früher dort gearbeitet. Tatsächlich oder trotzdem war das ein hervorragender Tipp. Den Rest des Tages sahen wir die Trauben hängend. Mittags assen wir beim erst besten Restaurant, dass wir sahen, als wir Hunger hatten. Es war ausgerechnet eine Pizzeria. Warum nicht? Hoppla. Nicht erwartet: wir essen die beste Pizza seit ebenfalls sehr, sehr lange und das zu einem Preis von EUR 14 – für zwei inklusive Getränk.

Zurück in der Quinta bekommen wir vom Chef seinen eigenen Portwein zum Probieren gereicht. Dazu bekommen wir auch seine Lebensgeschichte erzählt – in Französisch: er hat in Portugal geheiratet. Dann gingen sie für 4 Jahre nach Brig und anschliessend lebten sie 13 Jahre in der Nähe von Neuchatel. Nun sind sie seit einigen Jahren zurück, haben diese Quinta gekauft. Anderntags erfahren wir von der Ehefrau, die portugiesischen und spanischen Gäste würden nie mit ihr sprechen, dass sie anfangs grosse Mühe hatte und sie die Schweiz sehr vermisste.

Wir verlassen das Douro-Gebiet. Auf unserem Weg nach Castelo de Vide machen wir noch einige Halts. Wir sehen uns die Kirche von Lamego an, wobei wir zur Kirche hinauf fahren und die altehrwürdige Treppe auslassen. In der Kirche erlebten wir ein Wunder: eine Nonne spielte Orgel und übte vermutlich. Die Klänge in der Kirche waren wunderschön. Doch als sie „Oh du Fröhliche“ spielte, war das Wunder für uns Weihnachten im September!

Weiter unterwegs sahen wir das Museum für Espumante (Sprudelwein). Die Region oberhalb des Douros ist dafür bekannt, scheinbar auch, weil es eine Abwechslung zu dem doch süssen Portwein bot. Wir haben uns gewünscht, den Sekt probieren zu können und besuchten das Museum. Sofort stürzten sich drei Damen auf uns und klärten rasch ab, in welcher Sprache sie die Führung machen könnten. Wir bekamen die Führung in Französisch und den Espumante konnten wir am Schluss „probieren“ - eine Sorte, vom Museums-Sponsor.

Irgendwann bekamen wir Hunger und hielten nach einem Restaurant Ausschau. Wir fanden eines, das OK aussah. Wir wollten draussen essen. Dies war nach einer Rückfrage der Bediensteten beim Chef möglich. Doch draussen wurden wir von den Fliegen gefressen. Ich wusste gar nicht, dass Fliegen beissen können! Das Essen war einfach, aber sehr lecker. So kamen wir abends in Castelo de Vide an und suchten unsere Unterkunft. Männlich Anna hat extra die Internetkarte abgezeichnet, damit wir die Villa Maria finden würden. Wir brauchten sicher 15min (gefühlt länger) herumfahren, suchen, fragen und Ausschau halten. Dann endlich getrauten wir uns, bei dem grossen, anonymen Haus, dass ein Verkaufsschild draussen hatte, zu klingeln und zu fragen. So lernten wir Maria kennen. Sie zeigte uns die Zimmer und wir konnten eins aussuchen. Ein entscheidendes Kriterium war, dass das Bett unten keinen Abschluss hatte. Die letzten zwei Nächte hatten wir in einem 1.4m breiten und maximal 1.8m langem Bett verbracht, das Hart wie Holz war und einen Holzabschluss hatte. Da konnten wir nur quer drinnen liegen. Hier hatten wir zwei Betten à je 1.4m breit zur Verfügung!

Nachdem wir alles in der Kühle des Zimmers platziert hatten, machten wir uns – wie von Maria wärmstens empfohlen – zu Fuss auf den Weg ins Zentrum. Wir wären so oder so zu Fuss gegangen. Unser Peugeot-li musste rückwärts Anlauf holen, damit es überhaupt zu Marias Villa hinauf kam! Das noch ein zweites Mal? Nein Danke!

Castelo de Vide ist ein nettes Dörfchen auf einem Berg, hat ein Schloss, viele hübsche Gassen und fast so viele Katzen. Auf dem Hauptplatz vor der Kirche liegen noch die Überreste von einem Fest und viele vertrocknete Eukalyptus-Blätter, die ihren Duft verströmen. Das Fest findet scheinbar alle 2 Jahre zu Ehren von Pedro V, portugiesischer König des 18 Jh., der einige Jahre in Catelo de Vide lebte, statt.

Nach der Besichtigung assen wir im Restaurant Pedro V. Der Keller konnte nur portugiesisch und ich hatte keine Lust auf Schwein. So verständigten wir uns mit Händen und Lauten, aber auch mit einigen Brocken Spanisch, die oft im Portugiesischen ähnlich geschrieben, aber total anders ausgesprochen werden. Der Kellner empfahl uns eine Fischsuppe und versprach mir, dass sie nicht stinken würde. Dann gab es die Ente, die wir eigentlich beide wollten. So entschieden wir uns wieder, die Suppe als Vorspeise zu nehmen und als Hauptgang die Ente. Der Kellner verstand. Ich weiss nicht, mit welchem grünen Gemüse oder Gewürz die Suppe gemacht wurde, sie sah aus wie Spinatsuppe. Sie schmeckte würzig und der Fisch darin war zart und beides zusammen schmeckte nicht nur speziell, sondern auch lecker! Die Ente in der Himbeeren-Sauce war ebenfalls sehr fein. Obwohl alles lecker und leicht war, hatten wir genug und brauchten keinen Dessert mehr. Doch der Kellner befand, dass wir noch einen Grappa benötigen würden. Er brachte uns, gab mir zum Probieren und obwohl der Grappa viel zu warm war, schmeckte er köstlich und ich bekam mehr. Gut waren wir zu Fuss unterwegs. Auf dem Rückweg hatten wir das Gefühl, dass sich die Häuser wieder entleert und die Strassen gefüllt hatten. An jedem Plätzchen, wo man sitzen kann, waren ältere Menschen in Diskussionen vertieft. Jetzt schon ins Bett zu gehen, war uns zu Früh und Maria hatte eine zu schöne Terrasse mit Überblick. Als erstes versicherte sie uns, dass es dank des Lindenblütenbaums keine Mücken hätte. Dann luden wir sie zu unserer Rotweinflasche ein, die wir noch immer im Gepäck hatten. Doch das lehnte sie nicht nur vehement ab, nein, wir mussten von ihren Schnäpsen probieren! Sie offerierte einen Portwein, einen Nussschnaps und einen selbst gemachten Erdbeeren-Schnaps. Alles süss und lecker und die nächtliche Aussicht grandios. Wir luden Maria in unsere Mitte ein, sassen dort und redeten – in Spanisch. Meistens verstanden wir das Gesagte, aber ehrlicherweise nicht immer. Aber hat Maria auch wirklich immer Spanisch geredet? Das wissen wir nicht mehr so genau – und ist auch egal. Der Abend war gemütlich und spannend.

Maria empfahl uns dringendst nach Marvao zu fahren. Ein Blick in den Reiseführer besagt uns, dass sie Recht hatte. So fuhren wir in das wenige Kilometer entfernte Marvao, nachdem wir ausführlich bei Maria gefrühstückt hatten und von jedem der vier Kuchen probiert hatten. Marvao ist ein Bergdörfchen, dass sehr schön restauriert wurde. Die Menschen dort waren überaus freundlich, es hatte sehr wenige Touristen, sehr moderate Preise und viel zu sehen. Da zahlten wir auch gerne die 1.20 EUR Eintritt in das Schloss.

Dann ging unsere Reise weiter nach Evora. Wir parkierten an der Schlossmauer, sodass das Peugeot-Hinterteil hoffentlich möglichst lange im Schatten sein würde. Ein aufgeheiztes Auto ist das Eine, aber ob das dem nun mitgeführten Alkohol auch gut tun würde?

Wir essen mitten auf dem Hauptplatz und bekommen für EUR 7.50 einen Salat, ein Getränk und einen Kaffee. Wir nehmen den Sommersalat, der je aus 2 Scheiben Ananas, Kiwi, Orange und 2 Schweinsschnitzel besteht. Nun ja, einen Salat habe ich mir anders vorgestellt, aber auch verschiedene Früchte können ein Fruchtsalat sein. Gestärkt sehen wir uns die Stadt an. Wieder sehen wir viele Gassen, die Kirchen und finden auch noch die Touristengasse. Sie führt direkt zum Dom, wo Eintritt verlangt wird. Es ist bekannt, dass wir uns gerne Kirchen ansehen. Doch es gibt zwei Punkte, die wir hassen: Eintritt in eine Kirche (sollte verboten sein) und Bettler vor einer Kirche (sollte verboten sein). Beides boykottieren wir. So gehen wir auf direktem Weg zu den römischen Säulen. Ja und hierzu gibt es nach der Frage des „warum stehen ausgerechnet diese Säulen noch?“ die treffende (und wahre) männliche Antwort: diese Halle wurde nachdem es ein Tempel war zwischenzeitlich als Schlachthaus genutzt. Es ist schon gut, wurden diese Anlagen genutzt. Dadurch blieben sie uns erhalten. Hat was, oder? Und nein, wir waren nicht kurz in Griechenland, das war wirklich live in Evora.

Im Informationszentrum haben wir uns mit Karten ausgerüstet, denn nun wollen wir das Alentejo erkunden. Wir finden im nächsten grösseren Ort eine Cooperative. Im Burgund sind Kooperativen immer viel versprechend und bieten lokalen Wein zum Verkauf und zur Degustation an. So wird es sicher auch hier sein. Nein. Wir werden arg enttäuscht – Verkauf ja, Degustation nein. Und überhaupt, Sie sind hier total in der Nebensaison. Die „Adegas“ haben hier – wenn überhaupt – nur gegen Voranmeldung offen.

Enttäuscht fahren wir weiter. Wieder hat sich männlich Anna im kreativen geografischen Ausdruck geübt und eine Karte des Hotel-Standorts gezeichnet. Doch dieses Mal liegt die Anlage strategisch so gut, dass wir sie auf Anhieb finden. Eigentlich ist es weniger eine Quinta, als viel mehr ein Motel. Aber die Zimmer sind nett, dass Bett hat kein Ende und alles ist sauber. Nur, jedes Mal, wenn ich mich irgendwo draussen aufhielt, hatte ich danach wieder ein paar Mückenstiche mehr. Das fällt selbst bei 3 Dutzend auf! Je südlicher wir gefahren sind, desto heisser war es geworden. Wir waren nun bei 37° angekommen. Desto heisser es war, desto wärmer hatten wir, desto mehr bissen unsere roten Flecken. Es war zum Verzweifeln. Also kühlten wir uns im eisigen Pool.

Nun setzten wir zum letzten Tagesausflug an. Wir fuhren nach Mertola, der einzigen Binnenhafenstadt von Portugal. Hier mussten wir die Probe aufs Exempel machen und ausprobieren, was ein Peugeot hergibt. Wir haben einen Abzweiger verpasst, nicht weiter nachgedacht, sind einfach gefahren und waren urplötzlich mitten in den engen Gassen – Autobreite. Nun mussten wir weiterfahren, immer weiter. Es gibt kein zurück, kein wenden, nur fahren. Wir meinten, wir könnten bei der Post wenden, stiegen aus, sehen uns um, doch es führte nur ein Weg hinaus, weiter. Ich sah nur noch diesen steilen Hang vor mir, spürte, wie das Auto rückwärts rollte und dachte an Marias Hang. Hilfe! Konmen wir aus diesen Gassen je wieder hinaus? Dann der rettende Seitenblick. Hier gibt es noch eine Strasse, die auf direktem Weg zur Hauptstrasse führte. Geschafft! Erleichtert parkieren wir auf dem nächsten Parkplatz und sehen uns das Dorf zu Fuss an.

Mertola hat aus der Judenzeit eine Synagoge, die zur katholischen Kirche geweiht wurde. Das Innere zu betreten ist speziell. Nichts erinnert an eine herkömmliche Kirche. Die Dame am „Empfang“ fragt uns auf portugiesisch, von wo wir sind und danach erstaunt, ob wir portugiesisch sprechen würden. Wir synchron: nein. Sie wechselte wie selbstverständlich auf französisch. Komisch, dass immer alle denken, dass Schweizer Französisch sprechen! Scheinbar ist das die zweite Sprache, die Portugiesen in der Schule lernen (müssen).

Besichtigungen machen hungrig. Wir suchen uns ein Restaurant und finden ein überfülltes Restaurant nach dem anderen. Schliesslich nehmen wir das Letzte, dass wir finden. Die Auswahl an Essen ist beschränkt, weil alles gerade „ausverkauft“ ist. Es war mittelmässig.

Wir fahren zurück nach Beja, das im Gegensatz zu Mertola wie ausgestorben wirkt. Klar ist es witzig, auf den Glasscheiben im Museum die Überresten der Römerzeit anzusehen. Doch sonst ist nichts „herausgeputzt“, hübsch zum Fotografieren, es ist einfach eine Stadt. Vielleicht haben wir jetzt auch genug – für heute und für diese Ferien. Was wir aber garantiert noch einmal wollen ist, fein essen. Unsere Taschen sind gepackt, wohlverstanden vollgepackt. Wir verlassen das Gebiet des Alentejo und fahren nach Sétubal, einer Stadt am Meer, kurz vor Lissabon. Sétubal ist für seine Meeresfrüchte-Speisen bekannt. Wir fahren mitten in die Stadt, finden in der Hauptstrasse einen schattigen Parkplatz und suchen uns ein Restaurant. Das im Reiseführer ausgesuchte Restaurant finden wir nicht, weil wir gar nicht so weit kommen. Dafür scheint gerade wieder Hauptessenszeit zu sein und die Restaurants voller Einheimischer. Anstehen interessiert uns nicht, so viel Zeit haben wir nicht. Wir finden ein Restaurant mit Sitzplätzen draussen und dort sind alle Plätze bis auf einen Tisch belegt. Wir ergattern uns diesen Tisch und kurz darauf muss man schon anstehen. Die überaus freundliche Bedienung erklärt uns das Mittagsmenu. Es gibt Oliven, Salat und Brot als Vorspeise, zur Hauptspeise Fleisch oder Fisch und danach Dessert und Kaffee für EUR 8.50. Wir nehmen einmal Schwein und einmal Fisch. Den Fisch kann ich an der Theke aussuchen und die freundliche Dame macht mir eine Empfehlung, die ich annehme. Das Schwein kommt zuerst. Es wurde sicher lange eingekocht, hatte einen guten Geschmack, sensationell waren jedoch die Muscheln dazu, die in der gleichen Sauce gekocht waren. Pommes Frites können Portugiesen jedoch nach unserer Meinung nicht machen, sie sind frittiert, heiss, aber keine Spur von knackig. Doch das beste ist mein Fisch: super Geschmack, zart, gut gewürzt – ein kleines Stück Paradies auf Erden. Einfach göttlich... Auch der Dessert war fein, ein sehr starkes Schoggimousse das eine und Milchreis mit Zimt mein Dessert. Nun können wir unser letztes Reisestück in Angriff nehmen.

Wir fahren über den Tejo nach Lissabon, geben unser Peugeot innert kürzester Zeit ab, werden zum Flughafen gefahren, checken mit 1.5kg Übergewicht ein, passieren die Sicherheitskontrollen und bald verlassen wir mit dem Flugzeug Portugal. Wieder geht eine abwechslungsreiche und interessante Reise zu Ende.

Es ist Zeit, ein Fazit zu ziehen: Wir haben die Portugiesen als sehr freundlich empfunden. Auch muss man den Portugiesen lassen: sie können kochen und backen! An was ich mich nicht gewöhnt habe, dass die Toiletten meistens nicht geschlossen werden konnten und dass manchmal das verwertete Papier nicht in die Kloschüssel entsorgt werden durfte. Portugal kann man gut mit Französisch (und etwas Englisch) bereisen, auch ist alles bestens beschildert. Nur in Lissabon möchte ich noch heute nicht Autofahren müssen. Kulturell und historisch hat Portugal erstaunlich viel zu bieten. Ich habe selten so viele Schlösser und Burgstädte gesehen. Kulinarisch wie kulturell ist Portugal auf alle Fälle eine Reise wert!

Coonies im Katzenparadies
09.09.2013 23:48:05

In der Zwischenzeit hatten wir zwei Wochen Ferien. Unsere Reiseerlebnisse sind in einem separaten Blog beschrieben. Wieder gibt es viel von unterwegs zu erzählen. Doch bevor es soweit war, mussten wir unsere Lieblinge zügeln. Nachdem wir die Wohnung schon intensiv geputzt hatten und alle Katzensachen gewaschen oder geputzt hatten, wussten sicher alle Bescheid. Am Tag der Abreise war keine Ruhe in unserer Wohnung zu finden, sodass es selbst mir zu bunt wurde. Schliesslich liess ich alle auf den Balkon hinaus und endlich konnte ich in Ruhe unsere Taschen packen. Die Kleinen und Grossen fanden auf dem Balkon je ein Plätzchen für die Aussicht oder zum Schlafen. So entstanden die Fotos mit den Kleinen im Katzengras oder hinter den Blumentöpfen. Gleichzeitig war es ideal, dass alle auf so kleinem Raum zusammen waren, da dies die Aktion „rein in die Transportbox“ etwas vereinfachte. Nur einer hatte ein ganz grosses Problem: Nestor fauchte, kratzte, miaute und jammerte was das Zeug hielt. So kenne ich meinen Kater gar nicht! Der Transport selbst ging in einem komplett überfüllten Auto mit 44 Beinen (9x4, 4x2) ruhig von Statten, wie auch das Ausladen und Dominiks Wohnung parat machen. Da Dominik ein Stoffsofa hat, deckten wir dieses wohlweislich ab. Beim anschliessenden Grillen auf der riesigen Terrasse, tobte sich Gini aus und sprintete hin und her. Es ist lange her, dass ihre Pfoten bei Kurven haften und sie nicht rutscht. Zuhause auf dem Parkett ist das Rutschen um die Kurve bereits fest einberechnet. Ja und dann gilt es, Abschied zu nehmen.

Was ist während dieser zwei Wochen passiert? Nun ja, ich kann nur nacherzählen. Zusammengefasst ging alles gut. Im Detail haben sich ein paar „Sachen“ verändert. Zorro hat sich verändert und ist vom zurückhaltenden Kätzlein zum Frechdachs mutiert. Vielleicht, weil er in seinem Zuhause angekommen ist? Zarah frass scheinbar vom ersten Tag an Nassfutter. Zinka hat Dominik vom ersten Tag an mit miauen „verrückt“ gemacht. Sie miaute so lange, bis sie Nassfutter bekam und als Dominik dieses servierte, frass sie allen alles weg. Gini lässt die Kleinen noch weniger an die Zitzen und verzieht sich oft in die hinterste Ecke, wo sie alleine sein kann. Nestor und Frodo aktivieren die ganze Truppe um Mitternacht und machen dann in der Wohnung fangen. Ja und zu guter Letzt ist Zarah immer öfter um Dominik gewesen und lag sogar zwischen seinen Armen, wenn er am PC arbeitete. So hat Dominik doch noch seine Herzdame gefunden – oder sie ihn?

Einzig das Bürsten klappt nur bei den Kleinen, die es lieben. Die Grossen durfte Dominik nur auf dem Rücken bürsten. Alle Spielsachen und Liegeflächen, die Dominik vorher „ersteigert“ hatte und bei welchen wir noch fragten, für was sie sind, wurden sehr aktiv genutzt. Es war ein kleines Katzenparadies.

Die Katzentoilette bekam scheinbar die Entleerung, während dem die Fütterung stattfand. Doch kaum war es sauber und die erste Katze mit Essen fertig, wurde es schon wieder gefüllt. Tja, Katzen lieben saubere Katzen-Klos. Das einzige Problem war, dass das Katzenstreu sehr ausführlich herumgetragen wurde und putzen mit 9 Vierbeinern sehr, sehr anstrengend sein kann. So war es eine Erlösung, für meinen sehr sauberkeitsorientierten Bruder, als wir ihn dann „erlösten“. Sieben Vierbeiner kamen wieder zu uns zurück. Inspiriert von dieser Idee hatten wir diese Chance genutzt und unsere Wohnung ebenfalls einmal feucht aufgenommen, ohne dass gleich ein paar Pfoten drein standen. Somit war unsere Wohnung sehr sauber, als die 7 wieder Zuhause ankamen. Vermutlich zu sauber. Wir hatten noch nie so viele Haare in einer Nacht verteilt in der ganzen Wohnung vorgefunden. Unsere Kühe hatten tags davor Alpabzug und die Felle liegen wieder in der ganzen Wohnung verstreut. Doch ob es noch Kuhfelle sind oder jetzt Katzenfelle, ist auf Grund der Haare nicht mehr auseinander haltbar. Nun ja, sooooo kann man auch „markieren“. Doch bevor die Nacht kam, kam die Bürste und die Schere. Und als der Tag kam, hatten wir eine ganz ruhige, müde Katzen-Familie. Jeder lag irgendwo und genoss es, Platz zu haben, seinen Platz.

Ja und nachdem Zinka den halben Tag gebettelt hatte, gaben wir ihr alleine eine Portion Nassfutter. Scheinbar war es zu wenig, sie bettelte weiter. Als dann die Hauptfütterung am Abend war, bekam sie eine extra grosse Portion, damit die anderen auch mal in Ruhe ihr Futter fressen konnten. Doch kaum war sie fertig, frass sie wieder alle Teller leer. Danach hatten wir ein kleines, schlankes Kätzchen, mit fast doppelt so grossem Bauch... und sie bettelte noch immer...

 

Woche 14
01.09.2013 01:12:24

 

Ich gebe es zu, ich hätte dieses Spielzeug nie gekauft, wenn es nicht als Geschenk mitgeliefert worden wäre. Ich musste letzthin Futter bestellen und sah, dass ich das Futter mit oder ohne Geschenk haben konnte. Ich dachte mir, warum nicht. Da es gratis ist, kann ich es auch wegschmeissen, wenn das Spielzeug überhaupt nicht ankommt. Ich konnte mir nicht im Entferntesten vorstellen, dass das funktionierte. Aber ja. Nützt es nichts, schadet es nichts.

Dann vergass ich alles, bis die Lieferung kam. Wir packten die Lieferung aus und dort kam dieses Geschenk zum Vorschein. Stimmt. Eine Massagestation für Katzen wurde mitgeliefert. Bevor ich es auspackte, sagte ich zu meinem Partner: wie sollen unsere Katzen merken, dass sie sich wie Kühe an der Bürste kratzen können? Irgendjemand muss es ihnen doch vorgemacht haben; oder?

Ich packte die Massagestation aus und setzte sie zusammen. Nun ja, es ist alles aus Plastik – was nicht anders zu erwarten war. Zu unterst ist eine Art Gummimatte, welche die Station arretiert. Darin befestigt ist ein weisser Plastikhügel mit fixen, roten Noppen-Teppich. Oben drauf kommt ein roter Aufsatz mit Plastikrillen und zuoberst hat es eine Aussparung mit einem weissen, hervorstehenden Ding, dass flexibel ist. In die kleine Aussparung musste ich etwas Katzenminze streuen. Ich weiss es nicht, ob es an Letzterem liegt, aber ich erlebte mein blaues Wunder!

Während dem ich alles aufgestellt hatte, hatte ich 7 Katzen um mich herum. Die 5 Kleinen hatten enorme Freude an der Schachtel, in die sie passten. Frodo hatte schon Freude an der Minze und wollte mit dem Behälter spielen. Und dann passierte es: Nestor, Frodo und Zeusli hielten ihre Nase an den weissen Stängel, der zum Zähneputzen war und rochen an der Minze. Ich war schon sehr verblüfft. Dann platzierten sich alle rundherum, nur Nestor konnte seine Nase und seine Zähne nicht von diesem Aufsatz abwenden. Immer wieder drehte er den Kopf darum, wälzte sich über die roten Nippel, drehte und wendete sich. Was hatte ich eben gesagt? War das noch unser Kater? So kenne ich ihn überhaupt nicht! Scheinbar wurde mit dem Paket eine kätzische Botschaft mitgeschickt, die hauptsächlich Nestor verstand...

Was stand noch an? Einmal wieder musste ein grosser Putztag eingeplant werden. Ich nahm mir ein Datum vor und verschob dann alles auf diesen Zeitpunkt. Doch immer wenn ich mir das Putzen als Hauptziel vornehme, steht besonders viel „Ärger“ an. An diesem grossen Tag kamen nämlich auch alle Katzen-Liegeflächen zum Waschen und davor müssen diese abgesaugt, abgebürstet oder einfach enthaart werden. Damit begann mein grosser, reservierter Tag. Doch jedes Mal wenn ich wieder in die Küche kam, hatte jemand erbrochen. Zuerst war es ein Kleines. Als ich fragend in die Runde sah, sahen alle quickfidel aus und keiner fühlte sich betroffen. Nun ja. Aufputzen, vergessen und weitermachen. Bei meiner nächsten Pause war es dann eine unglaublich lange Spur von Speichel. Das sah nach Frodo aus, doch auch der lag seelenruhig da, als wäre nichts gewesen.

Ich hatte alle Katzen-Liegeflächen und Lieblings-Plätzchen zusammengetragen und war sie nun zentral am Putzen. Kaum war etwas bereit für die Waschmaschine, war es das begehrteste Plätzchen aller und ich hätte wieder von vorne beginnen müssen. Doch so nicht, meine Lieben! Ich erstelle ein Depot vor der Türe. Nun werden langsam alle wach, wollen mir helfen und mitmachen, was bei mir wiederum auslöst, dass ich kein bisschen vorwärts komme. Auch so geht das nicht, sonst findet mein Putzen nie ein Ende! Ich lasse mich von den Grossen und Kleinen erweichen und lasse sie auf den Balkon. Endlich kehrt bei mir Ruhe ein, ausser dass ich immer wieder auf dem Balkon nachsehen muss. Doch das ist eine entspannte Aufgabe... bis zu dem Moment, wo ich ihn sehe! NEEEIIINNN!!! Das gibt es doch nicht! Ich hatte am Vorabend noch alle Blumentöpfe auf eine Seite des Balkons gestellt, in der Hoffnung, sie katzenfrei zu halten. Doch dadurch gab es neue Durchgänge. Nun hat Nestor nicht einen Durchgang gefunden, nein, sondern einen Blumentopf, in den er liegen konnte! Das wäre ja weiter nicht ein Problem, wenn die Erde nicht noch vom Giessen nass wäre. So drehte ich jetzt eine Extra-Runde über die Dusche mit meinem schwarzen Kater. Er ist überhaupt nicht erfreut – und ich auch nicht. Doch das Wasser befreite sein Fell nicht nur von den Erdkrumen, sondern gab ihm zusammen mit dem Shampoo auch wieder einen feinen Duft. Eine Stunde später hatte ich einen flauschigen Kater.

Dann kehrte endlich Ruhe ein, oder die obligate Siesta am Nachmittag. Vor lauter putzen vergass ich die Zeit. Ich brauchte einige Zeit, bis ich begriff, dass jedes Mal wenn ich in die Küche gehe, ich mehr vierbeinige Begleitung hatte. Am klarsten ist es, wenn Zinka vor mir steht, mit ihrer Zunge ihren Mund leckt und miaut. Das ist das obligate Zeichen, wenn sie meint, es sei also jetzt höchste Eisenbahn, dass sie Futter bekommt.

Da ich dringend die Eier brauchen musste, gab es für mich Rührei. Vermutlich war es so ein, zwei Eier zu viel, denn die Portion war riesig. Ich überlegte fieberhaft, was ich damit machen könnte, als ich eine stehende Gini neben mir sehe. Leider ist das ihre neuste Angewohnheit, dass sie die Vorderpfoten auf den Tisch streckt und dabei knapp mit dem Kopf auf den Tisch sieht. Das ist ihre Art zum Sagen, ich habe noch Hunger und ich will auch von dem, was du hast. Ok. Ausnahmsweise...

Was in den nächsten Minuten passierte, hätte ich mir nie träumen lassen. Ich gab das – sehr wenig gewürzte – Eieromelett den Damen und Herren Vierpfoter. Die Grossen interessierte das nicht weiter, doch bei den Kleinen gab es ein regelrechter Run und Kampf um die Resten. Gut wischte ich den Boden in der Küche zuletzt feucht auf... Die Sauerei war unermesslich... Und jetzt leben wir wieder in der saubersten Katzenwohnung... ;-)

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